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17. Oktober 2016

Großer Abschied für „KG“ aus der Kommunalpolitik

Bericht der "Königsteiner Woche" vom 20. Oktober 2016 

 

KG Schramm (Zweiter v. li.) im Kreise seiner Parteifreunde von der FDP und 
Wegbegleiter: Ehrenbürgerin Annemarie Ramm (v. li.), Gerhard Hablizel,
Ortsvorsteherin Lilo Majer-Leonhard (CDU), Stadtverordnetenvorsteher
Alexander Freiherr von Bethmann, FDP-Fraktionschef Michael-Klaus Otto,
Dagmar Reuter, Birgit Becker und Dr. Jürgen Bokr.
Foto: Schleer
 
Falkenstein (cas) – Seine Partie, die FDP, hatte in sein Lieblingsrestaurant „La Vida“ im Falkensteiner Bürgerhaus eingeladen, um Karl-Gustav Schramm (KG) für sein jahrzehntelanges kommunalpolitisches Engagement zu danken. Der Einladung seiner Parteifreunde waren etwa 100 Gäste gefolgt. Eine ganze Reihe namhafter Persönlichkeiten aus der Lokalpolitik, darunter Magistratsmitglieder, Stadtverordnete, Ortsbeiratsmitglieder aus allen Fraktionen, Vertreter der Vereine, Mitglieder des Ortsverbandes, Freunde und Verwandte wollten KG für seine Zeit in der Kommunalpolitik danken und sein jahrzehntelanges Engagement auf diese Weise würdigen.

„Fröhlich und zwanglos“ sollte die Feier sein, die Musik „laut und knackig“, also ganz nach dem Gusto von KG. Zu diesem Zweck hatte man die Wiesbadener Liveband „is‘ was“ engagiert und die ließen es richtig krachen.[...]

KG, der seit 1960 aktiv in der FDP ist, wurde von den Laudatoren durchweg als Mensch beschrieben, der eine enorme Vielseitigkeit aufweist und mit seinem Heimatort und den Menschen dort sehr verbunden ist. „Neben seiner Berufstätigkeit und vieler abendlicher Stunden der Fortbildung fand er tatsächlich noch Zeit für Sport, Musik und Politik“, so Stadtverordnetenvorsteher Alexander Freiherr von Bethmann. Erst kürzlich wurde KG für 45 Jahre Vorstandsarbeit bei der Turn- und Sportgemeinschaft Falkenstein geehrt (wir berichteten).

Der gelernte Kfz-Mechaniker startete seine politische Laufbahn bei den Jungdemokraten. Nach Beginn seiner aktiven Zeit bei der FDP ab 1960 war er zwischenzeitlich stellvertretender Kreisvorsitzender. Sein politisches Hauptbetätigungsfeld war die Kommunalpolitik, in der er ab 1972 als FDP-Stadtverordneter und auch als FDP-Fraktionsvorsitzender tätig war. Nach parteiinternen Meinungsverschiedenheiten in diesen Jahren bei der Wahl des Bürgermeisterkandidaten trat KG zurück und legte sein Mandat nieder. 2001 wurde er als Stadtrat in den Magistrat gewählt und übte dieses Amt dann bis zum Ende der vergangenen Legislaturperiode Anfang dieses Jahres aus. „KG ging es immer darum, eigenverantwortlich zu handeln und sich nicht von irgendwelchen Autoritäten etwas vorschreiben zu lassen. Er ist und war eben immer ein echter Liberaler“, so von Bethmann.

Doch nicht nur der politische Rückblick lag am Sonntagnachmittag im Fokus, sondern auch Erinnerungen an KGs Kindheit in Falkenstein und sein späteres Interesse für die Jugendbewegung und die damit prägende Wirkung auf Jungwähler kamen zur Sprache. So konnte Lokalhistoriker Hermann Groß, der KG bereits seit frühen Kindertagen kennt, Anekdoten aus der Zeit seiner Kindheit beisteuern.

Groß erinnerte an die in der Nachkriegszeit existierenden Tauschzentralen, die es zum Beispiel in Kronberg gab. Dort konnte man – oder zumindest versuchen – weniger brauchbare Gegenstände aus dem eigenen Haushalt gegen dringend benötigte Gegenstände zu tauschen. „KG hat in dieser Zeit eine Tauschzentrale für Kinder gegründet.“ Groß selber erinnerte sich schmunzelnd daran, wie er KGs Angebot, das von „einem abgebrochenen Zollstock bis zu ein paar rostigen Nägeln“ reichte, regelmäßig begutachtete. Unvergessen bleibt ihm auch die Zeit, in der KG bei einem Unfall unter einen Jeep der amerikanischen Besatzer geriet und glücklicherweise nur mit leichten Blessuren davonkam. Aufgrund der ständig neu eintreffenden Entschädigungsgeschenke durch die amerikanischen Nachbarn vermutet Groß heute noch ein Herauszögern der Genesung durch KG.

ALK-Chef Robert Rohr wiederum nutzte die Feier zu Ehren von KG, sich öffentlich dazu zu bekennen, dass er in jungen Jahren von KG politisch geprägt wurde und aufgrund dessen auch die FDP gewählt hatte. Rohr bezeichnete KG als „wichtige Größe in meinem Leben, denn ich hatte mein erstes Auto bei ihm gekauft“. Doch nicht nur als Autoverkäufer hatte KG Eindruck gemacht, auch hatte er sich für die Initiativgruppe Jugendzentrum Königstein, der Rohr angehörte, interessiert und sich solidarisch gezeigt. „KG ist ehrenvoll, gradlinig und ehrlich. Ein leuchtendes Beispiel dafür wie man Politik machen kann.“

KG selber war sichtlich gerührt über die Organisation und Durchführung der Feierlichkeiten. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, einen persönlichen Rückblick mit seinem ganz besonderen Humor zum Besten zu geben, „aber einen Rückblick nach dem Motto ‚Die FDP und ich im Wandel der Zeit‘ – das bleibt Ihnen erspart.“ In seinem Resümee erinnerte er sich an den einen „schlimmen Moment“, als die Gebietsreform in den 70er-Jahren in Hessen durchgeführt wurde und Falkenstein mit Königstein fusionieren sollte. „Wir hatten mit Königstein eine gepflegte, gut funktionierende, solide Feindschaft, die Jahrzehnte oder vielleicht auch Millionen von Jahren bereits existierte“, und dann sollte der Name der Stadt mit den neuen Ortsteilen auch noch Königstein lauten. Schlimmer geht es nicht mehr.“ Aber „bereits nach 20 Jahren“ verspürte KG diese Skepsis den Königsteinern gegenüber nicht mehr, und „heute wohnen meine besten Freundinnen und Freunde in Königstein.“ Im Namen der Stadt dankte 1. Stadtrat Walter Krimmel KG mit den Worten „Hut ab vor der Leistung, die Du gebracht hast!“

Krimmel teile den besagten „schlimmen Moment“, aber als nach einigen Jahren in der Presse die Aussage getroffen wurde, dass „Königstein sich in Falkensteiner Hand befände, hatten die Falkensteiner es geschafft. Man sieht, dass man, wenn man den Willen hat, Politik zu gestalten, und sich einbringen will, auch politisch etwas bewirken kann“, so Krimmel. Wehmut und Fröhlichkeit machten den goldenen Oktobernachmittag im „La Vida“ mit den vielen Gästen zu einer fast familiären Feier. Und in Gedanken haben sich sicher viele Teilnehmer den Worten von von Bethmann angeschlossen, der nämlich die Hoffnung aussprach, dass KG „uns noch für viele wichtige Gespräche zur Verfügung steht.“

 

http://www.taunus-nachrichten.de/koenigstein/aktuelles/falkenstein/grosser-abschied-fuer-kg-kommunalpolitik-id38319.html
 
Fotos: FDP Königstein

KÖNIGSTEIN HAT GEWÄHLT:

Stadtverordnetenversammlung:

(Vorl. amtl. Endergebnis vom 17.03.2016, 20:00 Uhr) 

FDP : 6 Sitze (bisher 4)  

  1. Freiherr von Bethmann, Alexander 
  2. Becker, Birgit
  3. Otto, Michael Klaus
  4. Dr. Adler, Gerhard
  5. Dr. Bokr, Jürgen
  6. Reul, Stefanie

Ersatzpersonen:

  1. Iredi, Ascan
  2. Hablizel, Gerhard
  3. Dr. Vossbeck, Stefan
  4. Springer, Bertram
  5. Schramm, Karl Gustav
  6. Reuter, Dagmar 
  7. Maier, Thilo
  8. Loch, Friedemann
  9. Ramm, Annemarie
  10. Bünemann, Niels
  11. Dr. Grosse, Bernhard
  12. Jacobs, Marc
  13. Igges, Martin
  14. Leistner, Ulrich
  15. Pabst, Melanie
  16. Kennedy, Linda
  17. Ehniss, Heidi
  18. Hebstreit, Jörg
  19. Warschau, Volker
  20. Becker, Johannes
  21. Blume, Volker

Ortsbeirat Falkenstein:

FDP : 2 Sitze (bisher 1)

  1. Hablizel, Gerhard
  2. Schramm, Karl Gustav

Ersatzpersonen:

  1. Dr. Grosse, Bernhard

Ortsbeirat Mammolshain:

FDP : 1 Sitz (bisher 1)

  1. Maier, Thilo

Ersatzpersonen:

  1. Dr. Adler, Gerhard
  2. Reul, Stefanie 
  3. Warschau, Volker

Ortsbeirat Schneidhain:

FDP : 1 (bisher 1)

  1. Dr. Bokr, Jürgen

Ersatzpersonen:

  1. Bünemann, Niels
  2. Bokr, Andrea

 

Sie finden alle amtlichen Endergebnisse auf der Internetseite der Stadt Königstein, in dem Sie hier klicken. 

Jahresrückblick 2015

Ungewöhnliche Herausforderungen haben das Jahr 2015 geprägt

Unsere Stadt und die Menschen in Königstein wurden 2015 mit völlig unerwarteten, neuen Herausforderungen konfrontiert. Als im Herbst 2014 die ersten Asylbewerber nach Königstein kamen und in der Georg-Pingler-Straße untergebracht werden konnten, ahnte kaum jemand, wie sprunghaft der Zustrom dieses Jahr anschwellen würde.[...]

Inzwischen leben über 120 Flüchtlinge bei uns und bis Mitte kommenden Jahres wird sich ihre Zahl mindestens verdoppeln oder wahrscheinlich sogar verdreifachen.

Bei uns haben die zugewiesenen Flüchtlinge, wie an vielen anderen Orten, eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Viele Königsteiner spendeten Möbel, Kleider oder Geld, übernahmen Patenschaften, gaben ehrenamtlich Deutsch-Unterricht und unternahmen als Einzelne oder über Vereine und Organisationen vieles, um die Flüchtlinge in das Leben unserer Stadt einzubeziehen. All das ist großartig und hat dazu beigetragen, dass das Zusammenleben für alle Beteiligten reibungslos verlief. Die FDP Königstein begrüßt diese Aktivitäten, sie entsprechen unserem Menschenbild, dass Menschen eigenständig handeln, Verantwortung übernehmen und helfen, wann und wo immer dies notwendig ist.

Derweil wird auf allen Ebenen diskutiert, wie die Aufgaben, die der Flüchtlings-zustrom auslöst, bewältigt werden können. Soweit die Diskussion nicht von inakzeptablen fremden-feindlichen Tönen geprägt wird, geht es darum, wie für das Spannungsverhältnis zwischen notwendiger humanitärer Hilfe einerseits und der Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft und ihrer Einrichtungen andererseits eine befriedigende und die Menschenwürde achtende Balance herbeigeführt werden kann.

Dies gilt auch für uns in Königstein und ist zu einem wichtigen kommunalpolitischen Thema geworden. So wurden in der Stadtverordneten-Versammlung  am 26.11. einstimmig der Ankauf eines Gebäudes und dessen Umrüstung in eine Flüchtlingsunterkunft für etwa 60 Personen und der Bau einer Flüchtlingsunterkunft für etwa 100 Personen auf einem städtischen Grundstück 'Am Kaltenborn' beschlossen. Dies stellt die Stadt angesichts ihrer schwierigen Finanzlage vor große Herausforderungen. Günstigste Kreditbedingungen für die erforderlichen Kredite gelten nur für einen Teil ihrer Laufzeit und auch die Einnahmen aus den Zuweisungen für die Unterbringung von Flüchtlingen sind nicht dauerhaft gesichert. Gleichwohl war die positive Entscheidung der Situation angemessen.

Die städtischen Finanzen waren und sind unabhängig von der Flüchtlingsproblematik ein kommunalpolitisches Schwerpunktthema  der FDP-Fraktion. Es muss verhindert werden, dass die Stadt durch immer härtere Auflagen der Kommunalaufsicht ihre Handlungsfähigkeit verliert. Ein wichtiger Schritt ist dabei  ein ausgeglichener Haushalt. In einer Fragebogen-Aktion in und mit der Königsteiner Woche versuchte die FDP im Frühjahr zu ermitteln, welche städtischen Projekte und Leistungen den Bürgern besonders wichtig sind, und wo gegebenenfalls Einsparpotentiale bestehen. Im Licht der dort gewonnenen Erkenntnisse hat die FDP-Fraktion bei den Beratungen des städtischen Haushalts für 2016 gegen den anfangs großen Widerstand anderer Fraktionen für einen ausgeglichenen Haushalt gekämpft. Letztlich konnte dank der Bemühungen der FDP-Fraktion und mit Unterstützung der Verwaltung dann mehrheitlich ein ausgeglichener Haushalt für das Jahr 2016 verabschiedet werden. Dabei war es auch richtig, die Einnahmen aus der Einkommensteuerzuweisung mit € 14.000.000,-- um eine Million höher anzusetzen als im ersten Entwurf des Haushalts, denn die Zahlen des 3. Quartalsbericht für das laufende Jahr zeigen, dass die hochgerechneten Einnahmen aus der Einkommensteuerzuweisung bereits dieses Jahr voraussichtlich € 13.600.000,-- erreichen werden.

Der für 2016 geplante ausgeglichene Haushalt ist übrigens Grundlage und Ausgangspunkt dafür, dass die ursprünglich für 2017 vorgesehene, weitere Erhöhung der Grundsteuer vermieden und dass vielleicht tatsächlich irgendwann mit einer Abzahlung der aufgelaufenen Schulden begonnen werden kann.  

Das zu Ende gehende Jahr brachte aber nicht nur kommunalpolitische Probleme, sondern auch erfreuliche Erfolge. So konnte die von der FDP-Fraktion stets positiv begleitete Verlegung und Neugestaltung des Schneidhainer Sportplatzes, samt damit einhergehender Schaffung neuer Vereinsheime, der Ansiedlung eines Verbraucher-Marktes in Schneidhain und der Anlage eines neuen Spielplatzes inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden; sie sind von der Bevölkerung gut angenommen worden. Die Schaffung von Wohnraum für zuzugswillige Neubürger macht ebenfalls deutliche Fortschritte.

Die FDP-Fraktion begrüßt auch die von ihr seit langem unterstützte und geforderte Fusion des St. Josef-Krankenhauses mit den Hochtaunus-Kliniken, die nach unseres Erachtens vermeidbaren Verzögerungen jetzt endlich zustande kommt. Damit bleibt das Krankenhaus in Königstein erhalten, und die Stadt wird von den infolge ungünstiger gesetzlicher Rahmenbedingungen von Jahr zu Jahr steigenden Defiziten in starkem Umfang entlastet. Diese Entlastung wäre allerdings noch deutlicher ausgefallen, wenn die Verhandlungen mit dem Kreis von Anfang an klarer und energischer mit dem Ziel eines raschen Abschlusses geführt worden wären.

Desweiteren begrüßt die FDP, dass mit dem jetzt verabschiedeten Bebauungsplan endlich die Voraussetzungen dafür geschaffen wurden, dass die Ruine des ehemaligen 'Pädagogischen Zentrums' beseitigt wird und an dessen Stelle eine der sonstigen Bebauung des Reichenbachweges entsprechende Wohnbebauung entstehen wird. Nachdem dort bereits das 'Haus Raphael' geschlossen wurde und künftig auch eine publikumsträchtige Nutzung des 'Pädagogischen Zentrums' oder eines ähnlichen Ersatzbaus entfällt, dürften die Bewohner des Reichenbachweges  auf die Dauer sogar eine Verkehrsentlastung und größere Ruhe erleben. 

Im kommenden Jahr wird die erwähnte Flüchtlingsunterkunft 'Am Kaltenborn' errichtet werden. Außerdem müssen auch Entscheidungen zu weiteren wichtigen Projekten gefällt werden. Dazu gehört das Kurbad. Die FDP-Fraktion hat sich seit langem für dessen Erhalt eingesetzt. In einer Stadt wie Königstein, deren wichtigster Wirtschaftsfaktor Tourismus und Gesundheitseinrichtungen sind, ist das Kurbad ein wesentlicher Teil der Infrastruktur. Es ist auch falsch, wenn die Gegner der Kurbad-Sanierung immer wieder behaupten, dies sei nur durch Totalausverkauf städtischer Immobilien zu finanzieren. Es laufen derzeit vielversprechende Verhandlungen mit Investoren, die das westlich des Kurbads gelegene Gelände erwerben und bebauen wollen. Hier gilt es eine städtebaulich ansprechende Bebauung zu erreichen, die es  ermöglicht, dass die Stadt  angemessene Finanzierungsbeiträge für die Kurbad-Sanierung erhält.

Wir müssen auch dringend den Plan zur Errichtung eines neuen Kindergartens am Hardtberg vorantreiben, wobei die Voraussetzung dafür die baldige Entscheidung über den Bebauungsplan dort ist. Auch mit dem Ausbau der Horteinrichtungen für unsere Kinder müssen wir weiterkommen.    

Die FDP Königstein wird sich auch weiterhin für eine Politik einsetzen, die nicht Stillstand, sondern eine positive Weiterentwicklung unsere Stadt und der Lebens-qualität in Königstein zum Ziel hat und zugleich finanziell verantwortbar  ist, damit unsere Handlungsfähigkeit als Stadt erhalten bleibt. Zu dieser Lebensqualität gehört auch die Ermunterung und Unterstützung der vielfältigen ehrenamtlichen Aktivitäten der Königsteiner. Damit wir uns für all das wirksam einsetzen können, bitten wir bei der Kommunalwahl am 6. März 2016 um die Stimmen der Königsteiner Wähler.

Jetzt wünsche ich allen Königsteinern eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und danach ein gutes und erfolgreiches Jahr 2016, das hoffentlich auch eine Entspannung an den Kriegsschauplätzen und Krisenherden bringt, die heute Ursache der weltweiten Flüchtlingstragödien sind.

Ihr

Alexander Freiherr von Bethmann

Vorsitzender des FDP-Ortsverbands

28. Juli 2015

„Da ist eine gewisse Unruhe“

Ein "typischer" Liberaler:

 

Alexander Freiherr v. Bethmann im TZ-Gespräch zum 75. Geburtstag

 

 

Er ist im sogenannten Dritten Lebensabschnitt in Sachen Kommunal-politik und sozialem Einsatz so richtig durchgestartet. Die Rede ist von Alexander Freiherr v. Bethmann. Der FDP-Chef und vielfach Engagierte feiert heute seinen 75. Geburtstag. Die TZ sprach mit ihm vorab über seine Motivation, seine Pläne und seine Stadt. [...]

© 2015 Frankfurter Neue Presse (sj)

TZ: Herr von Bethmann, mit welchem Gefühl gehen Sie in Ihren Geburtstag?

ALEXANDER FREIHERR VON BETHMANN (lacht): Das kann ich Ihnen gar nicht sagen, ich weiß ja nicht, was mich erwartet.

TZ: Sie wissen nicht, was Sie erwartet – wie haben wir das zu verstehen?

VON BETHMANN: Eigentlich wollte ich direkt zu meinem Geburtstag gar nichts machen, da ich in dieser Woche als Betreuer für die Johanniter mit einer Gruppe von behinderten Kindern und Jugendlichen in einem Zeltlager in der Wetterau bin. Ich wollte dann in einer der nächsten Wochen ein wenig mit all denen feiern, die Lust darauf haben. Mittlerweile ist aber auch mir zu Ohren gekommen (lacht), dass Freunde und Familie da wohl etwas für heute geplant haben. Was es ist, weiß ich nicht. Aber ich freue mich darauf.

TZ: Sie sagten gerade, dass Sie an Ihrem Ehrentag als Betreuer mit behinderten Jugendlichen unterwegs sind – wer Sie kennt, der weiß, dass Sie abseits des kommunalpolitschen Einsatzes noch vielfältig aktiv sind: Sie engagieren sich im Präsidium des Burgvereins, in der evangelischen Kernstadt-Gemeinde, übernehmen als Jurist die gesetzliche Betreuung älterer Menschen … – was vergessen?

VON BETHMANN: Ohne, dass ich stolz darauf wäre, dass die Liste weiter wächst, und nur, um auf Ihre Frage zu beantworten: Ich kümmere mich derzeit als Pate um drei Asylbewerber – zwei Jesiden und ein junger Syrer – , die derzeit in Königstein untergebracht sind.

TZ: Und das alles quasi als „Spätberufener“. Sie haben erst im Ruhestand mit ihrem ehrenamtlichen Engagement begonnen – also in einer Zeit, in der andere ihr berufliches und oft auch ihr ehrenamtliches Engagement zur Seite legen, um – wie es dann oft heißt – „zu leben“. Wieso ist das bei Ihnen anders?

VON BETHMANN: So lange ich im Berufsleben stand, war die Zeit für ein Engagement in der Stadt doch beschränkt. Deshalb wollte ich im Ruhestand etwas tun. Allerdings folgt meine ehrenamtliche Arbeit sicher keinem Plan, vieles hat sich so ergeben, hat sich entwickelt. Aber wer sagt, dass das kein „Leben“ ist? (lacht) Schließlich nehme ich aus meinem Engagement auch viel für mich mit.

TZ: Zum Beispiel?

VON BETHMANN: Zunächst einmal bin ich nicht der kontemplative Typ, der nur herumsitzen und ein gutes Buch lesen kann. Da ist schon eine gewisse Unruhe in mir. Außerdem bekomme ich über meine ehrenamtliche Arbeit immer neue Anregungen, erfahre Dinge, die mir sonst vielleicht vorenthalten blieben. Das merke ich gerade auch in der Arbeit als Pate der Asylbewerber. Man bekommt einen ganz anderen Blick auf die Schicksale, aber auch auf die bürokratischen Abläufe und Hürden, die zu nehmen sind. Und zu guter Letzt bin ich davon überzeugt, dass mich meine Projekte auch geistig fit und rege halten. Ich sage augenzwinkernd immer, dass das meine „Alzheimer-Prophylaxe“ ist. Bei den jüngsten Vorträgen beim Königsteiner Forum, die ich so regelmäßig wie möglich besuche, wurde von Fachleuten immer wieder darauf hingewiesen, dass es hilfreich ist, wenn man sich auch im Alter stets neue Impulse setzt.

TZ: Das ist zwar irgendwie „typisch“ von Bethmann, aber es scheint so „untypisch“ für einen FDP-Vorsitzenden?

VON BETHMANN: Wieso „untypisch“?


„Neo-liberal“ passt nicht

TZ: Um es vorsichtig zu formulieren: Die Freien Demokraten kommen einem nicht sofort in den Sinn, wenn es um soziales Engagement geht.

VON BETHMANN: Und genau das ist eines der pauschalen Vorurteile, mit denen meine Partei in den vergangenen Jahren zu kämpfen und zu leben hatte. Warum sollten bei uns Freien Demokraten weniger Menschen sozial engagiert sein als in anderen Parteien? Auch bei uns Liberalen gibt es ganz unterschiedliche Charaktere und Interessen.

TZ: In jüngster Zeit war aber meist mehr von den „Neo-Liberalen“ zu hören, wenn es um die FDP ging.

VON BETHMANN: Sicher nicht von uns und vor allem nicht von mir. Ich kann mit dem Begriff nichts anfangen. Was ist das, „neo-liberal“? Ich bin liberal, was für mich für bürgerliches Engagement und eine möglichst große Freiheit des Individuums steht. Das impliziert aber auch, dass jeder, der diese Freiheiten für sich einfordert, sich auch der daraus erwachsenden Verantwortung für das eigene Tun bewusst ist. Ich bin überzeugt vom Prinzip der sozialen Marktwirtschaft, und ich halte nichts von einer Vollkasko-Mentalität, die zur Folge hat, dass man immer gleich nach der Hilfe des Staates schreit, wenn etwas nicht wie gewünscht läuft. Es gibt gewisse Lebensrisiken, die man selbst tragen muss. Wo das nicht reicht, sehe ich die Bürgergesellschaft gefordert – zum Beispiel auch in Königstein. Aus dieser Überzeugung heraus engagiere ich mich auch in der Stadt.

TZ: Und dieses große Engagement wollen Sie auch künftig aufrechterhalten?

VON BETHMANN: So lange es die Gesundheit mitmacht, man auf meinen Einsatz Wert legt und ich helfen kann, warum nicht? Ich muss Ihnen sicher nicht sagen, dass die Zahl derer, die etwas zu kritisieren haben, meist deutlich über der Zahl derer liegt, die auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und es besser zu machen. Im kommenden Jahr wählt der Burgverein sein neues Präsidium – wenn sich da jüngere Kräfte finden, die sich melden, würde ich sagen: „An sie!“ Auch wenn die Arbeit im Team des Präsidiums wirklich Spaß macht und ich denke, dass wir auch bereits einiges bewegen konnten.

TZ: Abgesehen von dieser Wahl steht Ihnen 2016 als FDP-Chef ja auch noch die Kommunalwahl ins Haus, mit welchem Ziel gehen Sie in die Wahl?

VON BETHMANN: Im Unterschied zu Bundes- und Landesebene verfügt die FDP in Königstein meines Erachtens immer noch über eine stabile Mitglied- und Wählerschaft – darauf sind wir stolz, und wir wollen auch alles dafür tun, das damit verbundene Vertrauen durch unsere Arbeit zu rechtfertigen.


Zukunft in der Fraktion

TZ: Um danach vielleicht in das Amt des Stadtverordnetenvorstehers zurückzukehren?

VON BETHMANN: Das wohl eher nicht. Bei der letzten Wahl hatte ich ja meine Bereitschaft bekundet, aber das ist jetzt auch schon wieder vier Jahre her. Mir macht die Arbeit in der Fraktion Spaß, und dort sehe ich auch meinen Platz – vorausgesetzt, meine Partei und die Wähler geben mir ihr Vertrauen.

TZ: Haben Sie Sorge, dass Ihr Ortsverband für Fehler abgestraft werden könnte, die weiter oben zu beobachten sind?

VON BETHMANN: Ich denke, dass die Wähler schon sehr gut unterscheiden können zwischen kommunaler und Landes- oder Bundesebene. Allerdings glaube ich auch, dass Entwicklungen der Gesamtpartei sich natürlich auf lokaler Ebene auswirken.

TZ: Hat die FDP das Schlimmste hinter sich?

VON BETHMANN (lacht): Ich bin nur ein Frosch in einem sehr kleinen Teich – aus dieser Perspektive fällt eine Bewertung schwer. Ich hoffe aber schon, dass die FDP die Talsohle durchschritten hat. Die Wahlen in Bremen und Hamburg waren da erste Mutmacher – und die vermeintliche Alternative für unser Land hat ja auch sehr schnell ihr wahres Gesicht gezeigt.

TZ: Ärgert es Sie eigentlich, wenn eine Partei wie die AfD, die bislang so gut wie nichts vorzuweisen hat, so viel öffentliche und vor allem auch mediale Aufmerksamkeit findet, während die FDP nur wenig Beachtung findet?

VON BETHMANN: Natürlich würde ich mir wünschen, wenn die Medien auch wieder die eine oder andere Wortmeldung der FDP wieder stärker berücksichtigen würden. Gerade zuletzt ist es auf Landes- und Bundesebene doch etwas zu ruhig um uns geworden. Es ist ja nicht so, dass die Liberalen nichts verlauten lassen. Im Gegenteil. Ich bekomme regelmäßig die Pressemitteilungen der Hessen-FDP, in den Medien jedoch lese, sehe und höre ich davon aber nur wenig. Ärgern bringt da aber nichts. Irgendwie kann ich es auch verstehen, wenn die Medien der AfD oder wie die Gruppierung gerade heißt, aktuell mehr Interesse widmet. Der Nachrichtenwert ist eben höher, wenn sich Petry und Lucke zerfleischen. An uns ist es, mit unserer Arbeit verlorenes Vertrauen und damit auch Aufmerksamkeit zurückzugewinnen.

TZ: Lassen Sie uns abschließend dann doch noch mal einen Blick auf Ihren Geburtstag lenken: Was wünschen Sie sich – für sich und Ihre Stadt?

VON BETHMANN: Mal abgesehen von Gesundheit und Glück für meine Familie und mich, sind da keine großen persönlichen Wünsche. Für meine Stadt würde ich mir wünschen, dass wir die Finanzen in den Griff kriegen – ein erster Schritt ist hier mit dem Haushalt 2016 gemacht – und wir so wieder Mittel zur Verfügung haben, um zum Beispiel die Konrad-Adenauer-Anlage wieder „aufzumöbeln“. Überdies würde ich mir für unsere Innenstadt einige Geschäfte mehr wünschen, der Leerstand tut weh. Ich versuche nach Möglichkeit, alle meine Einkäufe in der Stadt zu erledigen, um den Einzelhandel und damit auch das Leben in der Stadt zu unterstützen. Ich würde mich freuen, wenn das möglichst viele Königsteiner so halten.

Artikel vom 28.07.2015 

Artikel: http://www.fnp.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Da-ist-eine-gewisse-Unruhe;art48711,1513788


© 2015 Frankfurter Neue Presse

10. Dezember 2012

FDP sieht dem Jubiläumsjahr 2013 zuversichtlich entgegen

Unser Königstein, dem vor 700 Jahren die Stadtrechte verliehen wurden, soll im Jubiläumsjahr 2013 und auch in Zukunft blühen und gedeihen. Symbolisch sollen dies Tausende von Frühlingsblumen verdeutlichen, welche die FDP kürzlich am Kreisel gepflanzt hat. 

 

Mit Zuversicht sehen wir dem neuen Jahr entgegen, in dem in unserer Stadt neben den zahlreichen Feiern viele wichtige, von der FDP unterstützte Projekte, welche die Lebensqualität der Bürger verbessern sollen, in eine entscheidende Phase treten werden.[...]

Hierzu gehören in erster Linie Projekte, die Kinder und deren Familien betreffen. So wird in Schneidhain endlich mit dem Bau einer von vielen Eltern sehnlichst erwarteten  Kinderbetreuungsstätte für unter 3-jährige Kinder begonnen. Dies hätte allerdings schon in diesem Jahr geschehen können und wäre für die Stadt billiger gewesen, wenn ALK, SPD und Grüne dies nicht im vorigen Jahr blockiert hätten.

Weitere von uns unterstützte, familienfreundliche Maßnahmen, mit deren konkreter Planung und Umsetzung im kommenden Jahr begonnen werden soll, sind der Kinderhort an der Grundschule in der Kernstadt und ein Neubau des Kindergartens  in der Eppsteiner Straße. Es bleibt zu hoffen, dass Widerstände gegen diese von CDU, FDP und SPD gemeinsam getragenen Vorhaben keine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung finden werden.

Unbeschadet anderslautender Kritik mancher Gegner des Projekts halten wir auch den Bau eines neuen, modernen Sportplatzes und eines neuen Einkaufsmarktes in Schneidhain sowie die Schaffung neuer Wohnungen auf dem Gelände des heutigen Sportplatzes für Maßnahmen, die für die Schneidhainer und gerade auch für Familien mit Kindern deutliche Vorteile bringen werden. Für einige der oben genannten Zukunftsprojekte wurden durch entsprechende Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung entscheidende Weichen gestellt.

Weitere Projekte, deren Umsetzung die FDP sich zur Belebung und Aufwertung unserer schönen Stadt wünscht, sind u.a. die Sanierung des Kurbades, eine Neugestaltung der Konrad-Adenauer-Anlage, ein Konzept zur dauerhaften Sicherung des beliebten St. Josef Krankenhauses, ein verbessertes Verkehrskonzept mit Parkleitsystem für die Innenstadt und in Verbindung damit weitere Maßnahmen zur Verschönerung der Innenstadt und zur weiteren Attraktivitätssteigerung der Einkaufsmöglichkeiten. Wir begrüßen daher sehr, dass sich vor einiger Zeit ein Kreis von Politikern aller Fraktionen, Vertretern der Verwaltung und des HGK sowie verschiedener in der Stadt tätiger Geschäftsleute zu sogenannten Tischgesprächen zusammengefunden hat, um gemeinsam darüber nach-zudenken, wie die Vorzüge unserer Stadt noch besser zur Geltung gebracht werden können. Hierzu wollen die Teilnehmer konkrete Vorschläge erarbeiten und diese soweit möglich auch selbst gemeinsam umsetzen.

Über all den Zukunftsplänen soll das dieses Jahr Erreichte nicht vergessen werden. Mit dem Kapuzinerplatz wurde ein neuer Stadtmittelpunkt geschaffen, der allerdings noch optisch aufgewertet und belebt werden kann. Das leider viel zu teure HdB wurde endlich fertig gestellt und in Betrieb genommen, sodass sich jetzt zeigen wird, inwieweit es die hohen Erwartungen erfüllen kann, das kulturelle Leben in Königstein zusätzlich zu bereichern. 

All das Wünschenswerte strapaziert natürlich die finanziellen Möglichkeiten der Stadt, sodass auch verschiedene zusätzliche Belastungen der Bürger unserer Stadt nicht vermeidbar waren, wie etwa die Erhöhung der Elternbeiträge für die Kindergärten. Auch in Zukunft wird es darauf ankommen, für die verschiedenen Projekte Finanzierungen zu finden, die eine Neuverschuldung der Stadt so gering wie möglich halten. Hierzu gehört durchaus auch, wie im Falle Schneidhain, der Verkauf und die Bebauung städtischen Geländes. 

Im kommenden Jahr wird die Königsteiner FDP aber nicht nur die Entwicklung Königsteins im Auge haben, sondern sich im Rahmen der  Wahlkämpfe für die Landtagswahl und die Bundestagswahl verstärkt mit überörtlichen Themen beschäftigen. Trotz mancher Rückschläge in der öffentlichen Wahrnehmung werden wir das in der Regierungsarbeit Erreichte deutlich herausstellen. Wir sind zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, den Wählern die Verbesserungen der Schulsituation in Hessen, die Entlastung der Bürger durch Senkung der Sozialversicherungsbeiträge oder Abschaffung der Praxisgebühr und vieles andere zu verdeutlichen und brauchbare Wahlergebnisse zu erzielen.

Zum Ausklang des alten und in Erwartung eines spannenden und ereignisreichen Jahres 2013 wünschen wir allen Königsteinerinnen und Königsteinern ein gesegnetes Weihnachtsfest und Kraft und Zuversicht für die Herausforderungen des kommenden Jahres.

 

Gez.: Alexander Frhr. v. Bethmann

(Vorsitzender FDP-Ortsverband Königstein)