Seit Jahrzehnten schleppt Königstein das Problem der Kurbad-Renovierung mit sich herum. Die Kosten steigen stetig, und inzwischen steht fest: Die Stadt kann die nötige Investition kaum allein schultern. Fördermittel von Land oder Bund stehen in den Sternen.
Bereits vor Jahren wurde ein Grundstück nördlich des Bades gekauft, um mit dessen Erlös die Sanierung mitzufinanzieren. Doch großzügig gewährte „Blickachsen“ für die Verkäuferin des Grundstücks und ein inzwischen entstandenes Biotop mit geschützten Pflanzen und Tieren erschweren die Bebauung – die Verkaufserwartungen sanken zudem durch den Immobilienpreisrückgang. Weitsicht sieht anders aus.
Nun wird erneut geprüft, ob ein Generalunternehmer oder Investor das Kurbad samt umliegender Flächen übernehmen und betreiben könnte. Die Ausschreibung soll daher über die reine Renovierung hinausgehen: Unternehmen können Konzepte einreichen – etwa für ein Wellness-Resort mit Hotel, Bad, Physiotherapie und Massage oder ein Familienbad mit Rutschen und Schwimmschule. Auf dem nördlich gelegenen Areal wären auch Wohnungen oder ein Hotel denkbar.
Um die kommunalen Interessen zu sichern, beantragte die FDP im Bau- und Umweltausschuss am 12. November, die für den Kurbadbetrieb nötigen Grundstücke bevorzugt in Erbpacht statt durch Verkauf zu vergeben. FDP-Stadtverordneter Franz Josef Nick erklärte: „Das Kurbad-Grundstück bliebe im Eigentum der Stadt. Erbpacht bietet bei Insolvenz oder Vertragsverstößen zusätzliche Sicherheit. So kann es keine Investitionsruine geben, über die die Stadt keine Kontrolle mehr hat.“
Der Antrag fand fraktionsübergreifend Zustimmung. Auch Bürgermeisterin und Erster Stadtrat signalisierten ihre Unterstützung; die Abstimmung ergab ein einstimmiges Ja. „Ratio, Vernunft und Weitsicht sind doch noch nicht ganz verloren“, kommentierte der FDP-Abgeordnete Rolf Crux das Ergebnis, das nun der Stadtverordnetenversammlung am 20. November vorgelegt wird.