Die FDP-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Königstein hat einen Antrag eingebracht, durch den die Stadt darauf verzichten soll, eine Satzung nach dem hessischen Gesetz gegen den spekulativen Leerstand von Wohnraum zu erlassen. Dieses Gesetz hatte die CDU/SPD Landesregierung in den hessischen Landtag eingebracht. Aufgrund dieses Gesetzes können Kommunen Satzungen erlassen, die ihre Bürger verpflichten, leerstehenden Wohnraum zu melden und eine Genehmigung einzuholen, um diesen Wohnraum länger als 6 Monate leerstehenzulassen.
„Wir lehnen die Anwendung dieses Gesetzes in unserer Stadt entschieden ab“, erklärt Franz Josef Nick, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP Königstein. „Es schafft neue Bürokratie, stellt Eigentümer unter Generalverdacht und bringt keine einzige neue Wohnung in Königstein.“
Nach Ansicht der FDP führt das Gesetz in der kommunalen Praxis zu erheblichen Belastungen: Verwaltung und Personal müssten aufgestockt werden, um Anträge zu prüfen, Leerstände zu kontrollieren und Bußgeldverfahren einzuleiten. „Gerade kleine und mittlere Städte wie Königstein sind mit dieser zusätzlichen Last schlicht überfordert“, so Nick.
Aber auch die Rechte der Bürger werden nachhaltig eingeschränkt. Sie müssen eine Menge an Daten liefern, die gespeichert werden. Zudem müssen es die Eigentümer dulden, dass städtische Beauftragte Häuser, Wohnräume und Wohnungen betreten. Die Höhe der möglichen Geldbußen ist drakonisch. Bei einem nicht genehmigten Leerstand von mehr als 6 Monaten kann eine Geldbuße von bis zu 500.000 Euro erlassen werden. Zudem sei das Gesetz ein falsches wohnungspolitisches Signal. Statt Investitionen in Sanierung oder Neubau zu fördern, werden Eigentümer verunsichert und so dringend notwendige Investitionen in Wohnraum ausgebremst. „Was wir brauchen, ist weniger Bürokratie und gesetzliche Gängelei, weniger Misstrauen gegenüber Vermietern – und mehr Unterstützung beim Wohnungsbau“, betont Ascan Iredi, Vorsitzender der FDP Königstein.
Es ist daher höchst fraglich, ob durch dieses Gesetz Bestandswohnungen dem Markt in einem Umfang zur Verfügung gestellt werden, um einen solch massiven Eingriff in die Eigentumsrechte zu rechtfertigen. Die FDP setzt sich stattdessen für positive Anreize zur Schaffung von Wohnraum und Entbürokratisierung von Baugenehmigungen ein. Der Antrag der FDP soll in der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung beraten werden.